ammengebunden

9 10Ziemlich besonders ist, dass wir unsere Kälber nicht von den Kühen separiert aufziehen. Sonst wird ein Kalb meist gleich nach der Geburt von der Mutter getrennt. Bei uns trinkt es eine Woche direkt bei der Mutter. Dann gewöhnen wir jeweils zwei Kälber an eine Amme. Das heißt eine Kuh darf ihr Kalb behalten, wenn sie noch ein zweites adoptiert. Darauf muss man als Kuh schon Lust haben, aber mit Low Stress Stockmanship und etwas Futter kann man auch bis zum Oxytocin-Ausstoß dazu ermutigen, dass es klappt.

Wir haben uns für die ammengebunden Kälberaufzucht entschieden, weil bei der muttergebundenen noch mehr Milch weggetrunken wird, was wir uns jetzt am Anfang (mit dem gleichen Milchpreis wie auf jedem anderen Bio-Betrieb) nicht leisten können und weil die Kälber dann meistens nicht mit den Kühen auf der Weide laufen dürfen. Sind sie mit einer Amme verbunden, lernen sie von ihr einiges Soziales, aber auch, wie man Gras frisst, wo der Wasserbottich steht, dass Zäune Grenzen sind und wie sich die Sonne auf dem Fell anfühlt.

Nach unseren ersten Erfahrungen können wir sagen, dass es sehr gut funktioniert. Es gibt je nach Charakter Kühe, die mütterlicher sind und fremde Kälber annehmen, und andere, die damit weniger anfangen können und lieber arbeiten. 😉
Wenn die Umgewöhnung (von Mutter auf Amme bzw. zum Melkstand) sanft abläuft und der soziale Kontakt im Übergang ermöglicht wird, geht es ganz ohne Trennungsschmerz und gegenseitigem Rufen. Wir beraten dazu gerne!